Über die Bergämter

 

Zum ersten Mal wird die Verwaltung des erzgebirgischen Bergbaus im Freiberger Bergrecht von 1307 faßbar. Ein vom Landherrn eingesetzer Bergmeister, der seinen ständigen Wohnsitz in Freiberg zu nehmen hatte, führte die Aufsicht über den Bergbau. Die Bergwerksordnung Markgraf Friedrichs des Ernsthaften vom 13. Mai 1328 regelte dann die Bergverwaltung  in der Markgrafenschaft Meißen umfassend. Die Ordnung galt für alle Bergwerke des Landes, bestimmt die Rechte und Pflichten des Bergmeisters, dem die Oberaufsicht über die Bergwerke übertragen war, ebenso die der ihm zugeordneten Bergbeamten, Bergrichter. Berggeschworrenen, Hutleute und Ganghäuer.

 

Durch Kurfürst Ernst und Herzog Albercht wurde 1466 ein zweiter Bergrevier eingerichtet dem alle Bergwerke außerhalb Freibergs. Geyers und Ehrenfriedersdorf zugeordnet wurden.

Dem Bergmeister wurden ein Unterbergmeister, Gehilgen und Bergschreiber zugewiesen. Dazu existierten bereits seit mitte des 14. Jahrhunderts, 1384 urkundlich belegt, Gegenschreiber, Rezessschreiber und Zehnter im Bergamt.

 

Die Annaberger Bergordnung Herzog Georgs aus dem Jahre 1509, bald verbindliches Bergrecht für das ganze Land, bestimmte, dass an der Spitze des Bergamtes der Berghauptmann als Vertreter des Landesherrn zu stehen hatte. Dazu kamen noch ein Bergmeister, acht Geschworrene, zwölf Zehnter, zwei Hüttenreiter, ein Ausleiher, ein Gegenschreiber und ein Bergschreiber.

 

Die Kanzleiordnung vom 4. August 1547 begründete fünf Kreise mit Oberhauptmännern.

Dem Oberhauptmann des Erzgebirgischen Kreises wurde das gesamte Berg- und Hüttenwesen unterstellt. In dieser Eigenschaft hatte er die Einhaltung der kurfürstlichen personelle Besetzung der Bergämter grundsätzlich zu gewährleisten, die Bergwerke zu befahren und die Quartalsrechnungen der Gruben zu überwachen. Daraus entstand bald die Behörde des Oberbergamtes als das wichtigste Leitinstrument des Kurfürsten für den Bergbau. 

 

Seit dieser Zeit wurde die Verwaltung des Berg- und Hüttenwesens in drei Richtungen eingeteilt.

  1. technischer Betrieb und Berghaushalt
  2. Bergpolizei und Berggerichtbarkeit
  3. Verwaltung der landesherrschaftlichen Bergwerks- und Hütteneinkünfte

Für diese Bereiche existieren drei Behörden.

  1. Verwaltungsbehörden
  2. Gerichtsbehörden
  3. Kassen und Rechnungsbeörden

Die wesentlichen Aufgaben zur Durchsetzung und Wahrnehmung des Direktionsprinzips erledigten die Verwaltungs-und Geichtsbehörden für das Berg- und Hüttenwesen. Auf der lokalen Verwaltungsebene waren die Bergämter zuständig.  Das Land war in verschiedene Bergamtsreviere eingeteilt.

Diese existierten :

  • 1829 in Freiberg
  • in Schneeberg
  • in Altenberg mit Berggießhübel und Glashütte
  • in Marienberg mit Geyer und Ehrenfriedersdorf
  • in Johnanngeorgenstadt mit Schwarzenberg und Eibenstock

Jedes Bergamt setzte sich aus einem Bergmeister, den Geschworrenen und dem Bergschreiber zusammen. In größeren Bergamtsrevieren waren auch mehrere Geschworrene angestellt, die jeder für sich den Grubenbetrieb, das Aufbereitungswesen, das Maschinenwesen und die Revierstollen zu überwachen hatten. Der Geschäftsgang bei Bergämtern war kollegiatisch d.h. es wurde jeden Mittwoch und Samstag eine Sitzung einberufen.